Neue Crowdfundingplattform für MOC-Designer von Modbrix

Klemmbausteine Crowdfunding von Modbrix.de

Nein, kein Aprilscherz, am Nachmittag vom ersten April 2021 kam die Pressemitteilung rein von Modbrix, die ist durchaus ein „Extrablatt“ wert. Was Sembo, Keeppley und Xingbao über die Crowdfundingplattform Modian.com (in China) bereits aktiv einsetzen, macht jetzt auch Modbrix aus der Pfalz.

Der Wortlaut der Pressemitteilung war, dass es eben noch keine Crowdfundingplattform gibt, die nur exklusiv Klemmbausteinprojekte behandelt und dass ab April 2021 auf der eigenen Seite Modbrix.de ab sofort eine Crowdfundingplattform gestartet wurde, welche unter diesem Link zu erreichen ist.

Unsere Mission ist es, kreative Klemmbausteinprojekte gemeinsam mit MOC Designern zu verwirklichen“

Michael Gaßmann (Geschäftsführung der Brigamo GmbH, dem Mutterhaus von Modbrix)

Modbrix möchte hier MOC-Designern helfen, Klemmbausteinprojekte zu realisieren und einem breiteren Publikum vorzustellen. MOC-Designs können auf der Crowdfundingplattform der Klemmbausteinszene eben vorgestellt werden, die Designer können so aktiv von der Szene unterstützt werden.

Es wurde in der Pressemitteilung auch Modbrix vorgestellt sowie das Mutterhaus Brigamo GmbH, aber die Leser dieses Blogs dürfte das Haus Modbrix durchaus geläufig sein.

© pixabay
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Aber für die, die Crowdfunding für das englische Wort für das Auffinden von Kraut halten, hier eine kurze Erklärung:

Im Grunde ist es ein Vorverkauf eines Sets, wo aber ihr keine Sorge haben müsst, dass euer Geld weg ist. Ein MOC-Designer reicht seinen Entwurf ein, Modbrix prüft den Entwurf, verhandelt mit dem MOC-Designer die Modalitäten aus und zack: Das Design ist auf der Plattform und kann aktiv vom MOC-Designer beworben werden. Klar, der Designer muss dann selbst schauen, dass er genug Geld zusammenbekommt, damit sein Set realisiert werden kann. Hier aber ist es wesentlich einfacher, da durch die Plattform sichergestellt ist, dass kein Geld versickert oder verschwindet. Es gab in der Vergangenheit durchaus schwarze Schafe in der Szene, die auf eBay oder anderen Verkaufsseiten ihre Designs als Klemmbausteinsets angeboten haben, aber das Geld einkassiert haben und keine Sets übergeben haben. Blöd für den Käufer, der schaut nämlich dann dumm aus der Wäsche, weil das Geld weg ist und das schwarze Schaf nicht mehr greifbar ist.

Wenn hier das notwendige Ziel, die Summe X nicht erreicht wird, wird das Geld zurückerstattet.

Zurück zur Pressemeldung. Ich war aber so frei, hab am späten Nachmittag zum Hörer gegriffen und einfach mal bei Modbrix angerufen. Ob das ein Aprilscherz wäre, habe ich die Dame am Telefon freundlich gefragt, aber die hat mich nach kurzer Wartezeit auch zu Michael Gaßmann verbunden (Auf Pfälzisch: Isch geb Ihne de Scheff, Momentsche). Mit dem habe ich dann ein Telefonat geführt und ihm doch ein paar Infos entlocken können:

Wann seid ihr als Modbrix auf die Idee gekommen mit einer Crowdfundingplattform zu starten und vor allem, wie?

M. Gaßmann: Ich hatte schon länger mit meinem Kompagnon (Anm.: Ralf Brinschwitz, der zweite Geschäftsführer der Brigamo GmbH) die Idee gehabt, zu Klemmbausteinen so ein Projekt hochzuziehen, da wir bereits in anderen Bereichen Crowdfundingprojekte realisiert haben, nicht Klemmbausteine sondern Spielzeug und das hat eigentlich gut funktioniert. Zusammen hatten wir vor längerer Zeit eben öfters Gespräche, ob wir nicht sowas auch mit Klemmbausteinen als Projekt machen sollen. Im Alltagsgeschäft ist es allerdings wieder in Vergessenheit geraten, auch hatten wir damals nicht die technischen Möglichkeiten dazu, da es zu schwierig war in der Umsetzung. Auch ist uns die Plattform Modian in China bekannt gewesen und in Gesprächen mit verschiedenen Leuten innerhalb der Klemmbausteinszene wurden wir wieder auf den richtigen Pfad geführt und so hat eins das andere ergeben.

Gibt es irgendwelche Obergrenzen oder Limits?

M. Gaßmann: Nö, Limits oder Grenzen gibt es keine, es steht ja auch auf der jeweiligen Projektdetailseite vom entsprechenden Crowdfundingprojekt, was das Ziel wäre. Sollte es aber überaus erfolgreich sein und das Ziel überschritten werden, dann ist das eigentlich wie bei Kickstarter, dann kannst du es auch „überkaufen“. Also wenn jetzt beispielweise wenn 2000 Leute das MOC-Projekt unterstützen wollen, dann können wir auch 2000 Sets realisieren, nur als Beispiel jetzt. Eben, da gibt es so keine Limits.

Werden MOC-Designer bezahlt oder entschädigt?

M. Gaßmann: Ja selbstverständlich werden die Designer bezahlt, das wird intern abgeklärt, wird dann mit dem MOC-Designer verhandelt. Sie können praktisch verlangen was sie wollen, dann macht das aber das Crowdfundingprojekt aber entsprechend teurer. Es ist ja so, Lego zahlt 1% vom Nettogroßhandelspreis an die MOC-Designer, was man auch gern als Vorgabe nehmen kann. Aber ich sags gerne nochmal, es gibt keine Limits in dem Bereich was die Designer verlangen können. Wenn sie sagen, sie wollen fünf Prozent haben, kriegen sie fünf Prozent. Die schlagen wir halt oben drauf, wenns der Interessent unterstützt, dann ist das gut für den Designer, dann bekommt er die fünf Prozent.

Haben erfolgreiche Designer die Chance, bei Modbrix „unter Vertrag“ zu kommen?

M. Gaßmann: Nun ja, ist eigentlich nicht geplant, sollte sich aber ein Set gut verkaufen, da gehen wir gern auf den MOC-Designer zu und fragen, ob wir nicht noch eine Charge auflegen sollen. Da sind wir gerne offen, aber mit dem Florian (Anm. Florian Weise oder Florian W) haben wir bereits einen „Werksdesigner“ mit dem wir sehr zufrieden sind. Aber wenn jetzt ein MOC-Designer meint, dass das vorhergehende Projekt cool und erfolgreich war – dann kann er sehr gern ein weiteres Projekt bei uns einreichen, das ist überhaupt kein Problem.

Frage aller Fragen: Wie wird mit den Designrechten umgegangen?

M. Gaßmann: Ja, das Designrecht liegt ja beim Designer, wenn das Projekt realisiert wird, machen wir unser Ding, also dann ist es erstmal während der Zeit an uns gebunden. Solange wie die Crowdfundingphase läuft – wenn die Charge durch ist, dann liegt das Designrecht wieder beim Designer und er kann andere Sachen mit seinem Design machen. Wir legen da so auch keine „Ketten“ an oder sowas, es soll alles auf Augenhöhe ablaufen. Es sollen halt beide zufrieden sein, Modbrix und der MOC-Designer. Wenn alles gut gegangen ist und der Designer eine weitere Charge auflegen möchte, können wir das gerne machen.

Hier hört der wichtigste Teil auf, viel länger ging das Telefonat auch nicht mehr wirklich mit Michael Gaßmann. Ich danke nochmal Michael für seine Zeit, die er sich für meine Fragen genommen hat.

Der MOC-Designer kann sich via Mail an crowdfunding@modbrix.de wenden mit seiner Designanfrage, auch ist auf der Seite von Modbrix bereits eine umfangreiche FAQ-Seite erstellt worden (Klick), die die meisten Fragen abdecken sollte neben meinem kleinen Interview mit Michael Gaßmann.

Ich zeige noch die zwei Projekte, die dort schon hochgeladen wurden:

Eine schrecklich nette Familie von Designer Tobias Langer mit 1468 Teilen für 67,41 Euro, es hat ein Ziel von 67.410,- Euro. Wer mehr dazu wissen möchte: Klick

Was wäre Alien ohne den Facehugger. Wer bereits von Sluban oder Xingbao die Sets im Fundus hat, dem kann das hier durchaus zusagen. Ich bin gespannt, wie robust das Teil dann wird. Preislich liegt der hier im Crowdfunding bei 21,87 Euro und hat ein Ziel von 21.870,- Euro. Nähere Infos zu dem Set, siehe hier: Klick.

Das wars mit dem Extrablatt, ich danke wie immer für eure Aufmerksamkeit, haut rein und baut fein – und schöne Östern!

Autor: Alfonso

Enddreißiger, Familienvater, Klemmbausteinsüchtling. Schrieb früher für justbricks.de und ist auch als Moderator auf Noppensteinwelt.de unterwegs.

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