Modbrix und der MAN Ponton Kurzhauber Sattelzug

MAN Ponton Crowdfunding Modbrix Kupfer Volker Döring

Wie geil ist das denn? Ein historischer Sattelzug aus dem besten Deutschland ever, zumindest wenn man kein langhaariger Lebenskünstler war. Hashtags: Verbleiter Kraftstoff, Bundesbahn, Bundepost, Bonner Regierung, Studentenaufstände, FCKW, freie Liebe, verrauchte Kneipen, Kommunen, Innerdeutsche Grenze, RAF und Vollbeschäftigung – das waren die Stichworte zu der Zeit im deutschen Westen. Kann man sich das ins Wohnzimmer stellen?

Kann man. Die Bausteinfans ü30 kennen den LKW selbst noch aus der Kindheit, war er doch noch bis in die späten 1980er Jahre auf den Baustellen in Westdeutschland vor der Wende anzutreffen. Orange, verbeult, rauchend wie ein Schlot aber immer Einsatz. Spätestens jedoch mit den Schadstoffgrenzen (…Ozonloch und Waldsterben) wars dann definitiv vorbei mit dem MAN Ponton. Die Dinger emittieren nicht Feinstaub sondern Kohlebriketts.

Ein Ponton aus dem besten Deutschland das wir je hatten. Oder nicht.
Ein Ponton aus dem besten Deutschland das wir je hatten. Oder nicht.

In den 1970ern wars im Fernverkehr schon passé mit ihm, da die gesetzliche Regulierung der Fahrzeuglänge Lang- und Kurzhaubern einen Strich durch die Rechnung machte (Längere Haube = weniger Laderraum auf dem Auflieger). Klar, außerdem hatten Mitbewerber sowie MAN selbst bessere LKW im Einsatz. Turboaufladung, Luftfederung und andere Spielereien waren dem Ponton ein Fremdwort, ist er doch ein Kind der 1950er Jahre. Und die Fahrer wollten auch damals nicht auf einem alten Hobel mit einem Saugdiesel ihren Dienst verrichten. Mit einem Gangwahlhebel wie ein riesiger Pürierstab.

Photokadaffi – CC BY-SA-4.0
Photokadaffi – CC BY-SA-4.0

Ergo, sie wanderten nahezu alle nach Afrika oder in andere Schwellenländer, die robuste und vor allem gut geländegängige LKW brauchten. Aber selbst da ist der Ponton mittlerweile schon historisch und wurde/wird auch durch neuere LKW verdrängt.

Geugeor – CC BY-SA-4.0 | F: Wie viel kannst du laden? A: Ja.
Geugeor – CC BY-SA-4.0 | F: Wie viel kannst du laden? A: Ja.

Ich hätt euch jetzt wahnsinnig gern Schwarzweißbilder aus der goldenen Zeit der Bundesrepublik Deutschland gezeigt, aber entweder sind da nur die Vorgänger vom Ponton drauf oder die Nachfolger. Auf jeden Fall ist dieser LKW in einem Atemzug mit anderen Fahrzeugen aus den 1960ern ein unvergesslicher Beitrag auf bundesdeutschen Straßen.

Der MAN Ponton Sattelzug

Also, genug gesabbelt über die Geschichte von dem Ungetüm. Modbrix hat am 01. Juli 2021 das Crowdfunding gestartet für den Sattelzug, welches bis zum 31. Juli 2021 geht. Einen Monat geht immer das Crowdfunding bei Modbrix, was auf den ersten Blick recht kurz vorkommt – ist es aber nicht. Hintergrund ist der, dass nach der (hoffentlich erfolgreichen) Crowdfundingaktion dann der eigentliche Prozess startet. Das beinhaltet das Prüfen/Überarbeiten des MOCs, Erstellen der Anleitung, Testbau, Gestaltung der Verpackung und viele weitere Dinge. Die erscheinen dem einen oder anderen erstmal banal, aber die Schritte sind unglaublich wichtig bei der Kommerzialisierung eines MOC-Designs. Da gehts dann oft hin und her zwischen Designer, Modbrix, Druckerei und Teilelieferant/Abfüller in China. Das kann locker mal bis zu zwei Monate dauern, bis das finale Set serienreif ist für die Produktion. Und dann… der Versand nach Deutschland. Nochmal vier bis sechs Wochen – wenn nicht grade Schiffe einen Kanal verstopfen, Häfen in Fernost geschlossen werden oder gerade Rohstoff- und Leercontainerknappheit herrscht. Dann kann die Zeit zur Belieferung von Modbrix nochmal hochgehen.

Ihr seht, der Monat Laufzeit fürs Crowdfunding dient nicht dazu, die potentiellen Interessenten aus der Klemmbausteinszene zu ärgern, sondern um die Zeit nicht unnötig in die Länge zu ziehen.

Klick zum Crowdfunding

Bildergalerie

Der Designer

Einen Erschaffer braucht der Sattelzug mit 500 Teilen. Und der hört auf den Namen Volker Döring oder auch in der Szene besser bekannt als „Kupfer“, mit dem Namen sind auch seine Kreationen auf Rebrickable eindeutig zu finden.

...the artist known as Kupfer.
…the artist known as Kupfer.

Er ist 36 Jahre jung, stammt auch aus der Pfalz, ist seit Herbst 2020 auf Rebrickable als Designer aktiv und ist wie so viele andere auch via YouTube und dem eigenen Kind wieder auf die Klemmbausteine gestoßen. Seine Designs sind auch alle auf Stabilität ausgelegt, da damit auch sein Kind spielen soll. Das ist auch mit Abstand wirklich wichtig, da der Marktbegleiter aus Flörsheim seine Modelle oft nur auf reine Optik auslegt, weniger auf eine Bespielbarkeit.

Bloxxstar hat auch bereits ihn in einem Video auf YouTube portraitiert:

Hardfacts zum MAN Ponton

Laufzeit01. bis 31. Juli 2021
Teileanzahl500
Minifigurenmaßstab?Ja
Preis21,40 Euro
Auflage1000 Stück
Crownfundingsumme21400,- Euro
CrowdfundingplattformModbrix.de

Zum aktuellen Zeitpunkt (05. Juli 2021) haben schon 92 Leute den Sattelschlepper unterstützt. Ich würds so feiern, wenn ihr auch den pushen könnt. Wir brauchen mehr LKW auf den Straßen!!

Leute, kauft, zeichnet, reserviert, unterstützt, usw. - holt ihn euch!
Leute, kauft, zeichnet, reserviert, unterstützt, usw. – holt ihn euch!

Das wars, mehr wollt ich gar nicht sagen, ich meld mich wieder, wenns (hoffentlich) geglückt ist. Bitte. Das Teil ist sowas von Granate.

Danke für eure Aufmerksamkeit, genießt eure Woche, bleibt gesund – Haut rein und baut fein!

Autor: Alfonso

Enddreißiger, Familienvater, Klemmbausteinsüchtling. Schrieb früher für justbricks.de und ist auch als Moderator auf Noppensteinwelt.de unterwegs.

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